ICH BIN DAS EINE UND DAS ANDERE.
UND DAS DAZWISCHEN.
Ich bin.
Du fragst mich, wer ich bin.
Ich denke, dass ich das Eine und das Andere bin.
Und das Dazwischen...
Ich bin die höchste Höhe. Ich bin die tiefste Tiefe.
Manchmal bin ich die Mitte. Manchmal die absolute Balance.
Ich bin die dunkelste Ecke auf der ganzen Welt.
Ich bin das strahlendste Licht auf diesem Planeten.
Manchmal bin ich Tageslicht, das man nicht mal bemerkt.
Ich bin das Eine und das Andere. Und das Dazwischen.
Ich bin auf jeden Fall nicht, was du von mir erwartest.
Ich bin nicht, was du von meinem Körper erwartest.
Ich bin nicht, was du von meinem Geschlecht erwartest.
Ich bin nicht, was du von meiner Rolle erwartest.
Ich bin nicht deine Erwartung.
Ich bin, was immer ich sein will.
Ich bin auch, was ich nicht sein will.
Ich bin das Eine und das Andere. Und das Dazwischen.
Ich bin manchmal so laut, dass ich mich selbst zu intensiv höre,
und manchmal so leise, dass die Stille zu etwas sehr Lautem wird.
Manchmal spreche ich genau in der richtigen Lautstärke.
Ich bin manchmal nett und höflich, perfekt für jeden –
und manchmal gemein, perfekt für niemanden.
Ich bin manchmal weltschmerzmäßig traurig,
und manchmal, da zerspringt mein Herz vor Glück.
Ich bin manchmal übermotiviert und nehme alles und jeden für mich ein.
Ich bin manchmal faul und denke, dass ich gar nichts machen kann.
Dass jeder Schritt mehr ist, als ich aufbringen kann.
Ich bin einsam und allein. Ich bin mit Menschen zusammen und gesellig.
Ich komme manchmal nicht aus dem Bett,
und manchmal kann ich es nicht erwarten aufzustehen.
Manchmal graut mir vor Dingen – und manchmal platze ich vor Vorfreude.
Es gibt Tage, an denen ich keinen Bock auf dich habe,
und es gibt Tage, an denen ich mich mit dir verbunden fühle.
Ich bin manchmal grenzenlos –
und manchmal verteidige ich meine eigenen Grenzen.
Ich bin das Eine und das Andere. Und das Dazwischen.
Ich bin Licht & Schatten.
Ich bin kein Objekt. Keine Sache.
Ich bin nicht mein sexualisierter Körper.
Ich bin nicht meine Kleidergröße.
Ich bin nicht mein Gewicht.
Ich bin nicht, was die Gesellschaft mir sagt.
Ich bin, was immer ich sein will.
Ich bin auch, was ich nicht sein will.
Ich bin das Eine und das Andere. Und das Dazwischen.
Ich bin unglaublich hell und strahlend. Ich funkle.
Ich bin dunkel. Ich bin pure Dunkelheit und verliere mich im Nichts.
Manchmal bin ich das Nichts.
Ich fühle abgrundtief und ehrlich.
Ich fühle nichts und verhalte mich oberflächlich.
Ich bin voller Leidenschaft und Feuer.
Ich bin in keinster Weise interessiert und unglaublich gelangweilt.
Manchmal bin ich leer.
Ich habe Hummeln im Po und Blei in den Füßen.
Ich bin bereit für das größte Abenteuer –
und habe gleichzeitig keine Kraft mehr für einen weiteren Schritt.
Ich bin bereit, für mich und die ohne Stimme zu kämpfen –
und will gleichzeitig einfach meine Ruhe.
Ich werde niemals aufgeben –
und gleichzeitig gebe ich jeden Tag auf.
Ich bin pure Kraft – und gleichzeitig voller Schwäche.
Ich bin nicht nur eine Tochter, nicht nur deine Freundin,
nicht nur eine Schwester, nicht nur mein Job.
Ich bin nicht meine Hormone.
Ich will nicht sein, was man von mir erwartet.
Ich will nicht in eine Schublade gesteckt werden.
Ich will kein Etikett bekommen.
Ich will mich in manchen Bereichen nicht definieren.
Ich will frei sein – und gleichzeitig möchte ich nicht immer die Verantwortung tragen.
Ich will wild sein – und gleichzeitig habe ich Angst vor diesem Teil in mir.
Ich will anziehend sein – und gleichzeitig nicht zu viele Menschen anziehen.
Ich will bodenständig sein – und liebe es trotzdem, vollkommen abzuheben.
Ich will mutig sein – und mich manchmal trotzdem in meinen Ängsten verlieren.
Ich will ausgeglichen sein – und kann es gleichzeitig nicht erwarten, Höhen und Tiefen zu spüren.
Ich will mich verzaubern lassen – aber glaube nicht an Magie.
Ich will unglaubliche Geschichten erleben –
würde doch vermutlich eh nicht zusagen.
Ich will mich festlegen – aber stets nur bis zu einem gewissen Punkt.
Ich will alles geben – aber nur, wenn ich weiß, dass ich auch alles dafür bekomme.
Ich will auf Nummer sicher gehen – und gleichzeitig alles riskieren.
Schließlich bin ich das Eine und das Andere. Und das Dazwischen.
Ich werde nicht das sein, was du erwartest. Allein aus Protest.
Ich werde nicht immer den Mund halten, wenn du es willst.
Ich werde nicht in einem System funktionieren, hinter dem ich nicht stehen kann.
Ich werde nicht akzeptieren, dass da nicht noch mehr ist.
Ich werde mich niemals fügen.
Ich werde verbreiten, dass wir nicht nur schwarz und weiß sind.
Ich werde verbreiten, dass besonders durch all unsere Facetten das Leben so unglaublich ist.
Ich werde verbreiten, dass sich niemand verleugnen muss.
Ich werde verbreiten, dass wir alle wunderbar und einzigartig sind.
Ich werde nicht verbreiten, dass du dich in unseren Weg stellen wirst.
Ich werde nicht verbreiten, dass der eigene Weg oft der schwerste ist.
Ich werde nicht verbreiten, dass das Einkuscheln in einer Schublade oft leichter ist.
Ich will. Ich werde. Ich bin.
So viel zu deiner Frage.
Ich bin das Eine und das Andere.
Und das Dazwischen.
